Interview mit dem Trainer der 1.Herren

28. Dezember 2025

Steven Zepeda: im 8.Jahr Trainer der 1.Mannschaft des FC Schwabing

1.Herren: Jahresabschluss-Interview zur Hinrunde: Stabilität, Entwicklung und gelebte Verantwortung.

Steven Zepeda, wie fällt Ihr allgemeines Fazit zur Hinrunde aus?

Steven Z.: 40 Punkte zur Winterpause – das sind genauso viele Zähler wie in der kompletten vergangenen Saison. Dazu kommt, dass wir seit über einem halben Jahr zu Hause ungeschlagen waren. Bis hierhin haben wir eine sensationelle Runde gespielt. Die Mannschaft hat klar gezeigt, dass jeder bereit ist, sich seinen Platz zu erarbeiten.

Besonders positiv ist die Integration der Neuzugänge verlaufen – egal, ob sie aus der eigenen Jugend oder von extern gekommen sind. Das funktioniert vor allem deshalb so gut, weil es unsere Jungs ihnen sehr leicht machen. Mir gefällt es extrem, wenn ich sehe, wie schnell sich Spieler mit der Mannschaft und dem Verein identifizieren und Verantwortung übernehmen.

Sinnbildlich dafür stehen Spieler wie Lasse Bethäuser, der trotz Verletzung gefühlt so häufig wie ich selbst am Platz war und sofort Verantwortung abseits des Spielfelds übernommen hat. Auch Julian Disterer hat trotz seines jungen Alters direkt angepackt, wo es nur ging, und wichtige Aufgaben innerhalb des Teams übernommen.

Gab es ein Highlight oder das beste Spiel der Hinrunde?

Steven Z.: Es gab definitiv einige umjubelte Momente – nicht zuletzt, weil viele Spiele erst spät zu unseren Gunsten entschieden wurden. Absolut genial war der Seitfallzieher von Konsti Steinmaßl in der 93. Minute nach Kopfballvorlage unseres Keepers Julian Disterer. Solche Szenen bleiben natürlich hängen.

Die beste Mannschaftsleistung war für mich aber das Spiel gegen Unterhaching II, denen wir die erste Saisonniederlage beigebracht haben. Wir waren extrem geschlossen, sehr geradlinig in Richtung Tor und insgesamt einfach sehr überzeugend. Das war eine richtig starke Teamleistung.

Welche Schwierigkeiten oder Rückschläge musste die Mannschaft bewältigen?

Steven Z.: Der Einstieg in die Saison war wieder sehr anspruchsvoll, da wir einige wichtige Stützen verloren haben. Gerade die Abgänge von Khareem Z., der kürzertreten wollte, Pascal S., der in seine Heimat zurückgegangen ist, sowie die Verletzungen von Lasse Bethäuser mit Sprunggelenksverletzung und Marco Musso mit Leistenproblemen haben zunächst ein großes Loch in die Mannschaft gerissen.

Hinzu kamen die beiden Kreuzbandrisse von Simon Wächter und Yan Bohuta, was mir gerade für die jungen Burschen extrem leid getan hat. Im Saisonverlauf sind dann auch noch Moritz Wefelmeier, Jonas Prier und Kasimir Lauber weggezogen. Das musst du als Team erst einmal kompensieren.

Gleichzeitig war das aber auch eine riesige Chance für unsere Neuzugänge und die jungen Spieler – und diese haben sie eindrucksvoll genutzt. Genau das erwarten wir von unserer Mannschaft: dass wir als Team geschlossen reagieren und Stärke aus schwierigen Situationen ziehen. Dass uns das immer besser gelingt, zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse.

Wie hat sich die Mannschaft seit dem ersten Training entwickelt?

Steven Z.: Wir sind insgesamt männlicher, stabiler und klarer geworden. Vor allem unsere beiden Capos Konsti Steinmaßl und Jonas Jehle sowie Giacinto Sibilia und Florian Mayer gehen extrem voran und leben den Schwabing-Style. Das hilft allen Spielern um sie herum enorm.

Auch unsere Außenverteidiger – unter anderem Philipp Schuck, Yannick Schad, Philippe Göbel und die gesamte Gruppe – verkörpern unsere offensive Ausrichtung immer stärker. Dafür sprechen allein die 16 Assists, die von dieser Position bereits aufgelegt wurden. Das dürfte in dieser Form fast einmalig in der Liga sein.

Beeindruckend ist außerdem, wie flexibel Spieler wie Flint Kapusta oder Philipp Pirch agieren, die sich gefühlt auf sechs unterschiedlichen Positionen sofort eingefunden und die jeweiligen Anforderungen umgesetzt haben. Vergleicht man die ersten fünf Spiele der Hinrunde mit den ersten fünf Partien der Rückrunde, haben wir – mit Ausnahme des Spiels gegen Freilassing, das identisch zur Hinrunde verlief – überall bessere Ergebnisse erzielt. Das zeigt klar: Wir sind auf einem sehr guten Weg.

Mit welchen Erwartungen geht das Team in die zweite Saisonhälfte?

Steven Z.: Zunächst einmal wollen wir alle gesund durch die Rückrunde kommen und dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Das wird nicht ganz einfach, weil wir vor der Winterpause in einem sehr guten Flow waren.

Inhaltlich wollen wir unser Spiel im eigenen Ballbesitz weiter verbessern und noch effektiver werden. Für uns als Trainerteam ist es nach zwei Jahren Dauerdruck – mit Aufstiegskampf, Relegation und Klassenerhalt am letzten Spieltag – einfach schön, jetzt noch stärker auf Entwicklung gehen zu können.

Wir werden weiterhin in jedes Spiel mit dem Anspruch gehen, es gewinnen zu wollen. Gleichzeitig können wir nun mutiger sein und mehr Risiko eingehen. Jetzt tanken wir erst einmal richtig auf – und dann greifen wir wieder voll an.

Das Interview führte Lasse Bethäuser

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